Allgemein

Flughafen München GmbH
z.Hd. Herrn Dr. Michael Kerkloh
Postfach 23 17 55
85326 München-Flughafen

16. April 2012

Einladung zur Grundsteinlegung Satellit am 23. April 2012

Sehr geehrter Herr Dr. Kerkloh,

Ihre Einladung zur Grundsteinlegung für den Satelliten habe ich dankend erhalten. Obwohl ich mich bisher trotz aller gegensätzlichen Meinungen zur Dritten Startbahn immer um ein vernünftiges Miteinander mit der Flughafen München GmbH und mit Ihnen bemüht habe und auch Zeit hätte, Ihrer Einladung nachzukommen, werde ich nicht teilnehmen.

Der Grund liegt darin, dass Sie in einem von den Initiatoren „Pro 3. Startbahn“ veröffentlichten Flyer ganz bewusst die Unwahrheit sagen. Ihre Aussage „Durch immer mehr Passagiere und Flugbewegungen haben wir die Kapazitätsgrenze endgültig erreicht. Nur mit der 3. Start- und Landebahn können in München neue Ziele und Direktverbindungen angeboten werden“ ist schlichtweg falsch.

Die Gesamtkapazität des Flughafens beträgt nach offiziellen Angaben (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Flughafenkoordination Deutschland, Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen) 520.000 Flugbewegungen pro Jahr.

Nach den Gutachten, die im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens von Ihnen in Auftrag gegeben wurden, kamen die Gutachter bei Einhaltung Ihrer Zielvorgaben (30 Minuten Umsteigezeit/maximale durchschnittliche Verspätung von 4 Minuten) auf 480.000 Flugbewegungen. 2011 fanden laut Ihrer eigenen Statistik 410.000 Bewegungen statt. In den ersten 14 Wochen des Jahres 2012 sind nach der Statistik der Deutschen Flugsicherung die Flugbewegungen nach IFR um 4,2% zurückgegangen. Diese Zahlen zeigen, dass noch erhebliche Kapazitäten für neue Ziele und Direktverbindungen vorhanden sind.

Sie werden verstehen, dass ich mit jemandem, der wissentlich zu Lasten von Tausenden von Menschen in unserer Region mit falschen Aussagen argumentiert, nicht gemeinsam feiern will. Da der Flyer mit Ihren Aussagen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, werde ich dieses Schreiben als offenen Brief an die Presse weitergeben.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Pointner

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